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AI im Unternehmen – Wirklichkeit oder Mythos?

Von Sebastien Ricard, CEO, LumApps

Künstliche Intelligenz (AI) ist eine der am meisten diskutierten neuen Technologien in der heutigen Wirtschaftswelt.

Laut neuester Schätzungen ist die AI-Nutzung in Unternehmen seit 2015 um 270 % gestiegen. Diese Entwicklung stimmt mit einer massiven Investitionssteigerung überein, die dem Sektor der Unternehmens-AI bis 2022 ein erwartetes Wachstum von  6,1 Milliarden US-Dollar bescheren sollte. Neben den tatsächlichen möglichen Auswirkungen der Technologie auf die Umstellung des Arbeitsmarkts tauchen oft auch völlig übertriebene Mythen auf. Der Hype um diese Technologiebranche hat verschiedene Mythen in Umlauf gebracht. Hier einige Beispiele:

Mythos Nr. 1: Mehr Daten sind der Schlüssel zum Erfolg der AI

Auch wenn es stimmt, das AI Daten benötigt, um zu lernen und effizient zu funktionieren, ist die Idee, dass mehr Daten auch für bessere Ergebnisse sorgen, doch irregeleitet. Nicht alle Daten sind gleich. Wenn die in ein AI-Programm eingegebenen Daten falsch bezeichnet oder irrelevant sind, verseuchen sie den Daten-Pool. Je mehr Daten es gibt, auf die die AI zugreifen kann, umso genauer werden ihre Modelle und Vorhersagen. Wenn die Datenqualität jedoch schlecht ist, wird das Ergebnis zwar genau sein, aber nicht unbedingt auf den wirtschaftlichen Tatsachen beruhen. Dies kann auch zu schlechten Entscheidungen führen. Daraus folgt, dass die in eine AI-Lösung eingegebenen Daten vorher geprüft und vorsortiert werden müssen. Die Qualität ist wichtiger als die Quantität.

Mythos Nr. 2: AT-Investistionen bieten Unternehmen einen unmittelbaren Mehrwert

Die Integration von AI in Standard-Betriebsverfahren erfolgt nicht über Nacht. Wie im Mythos Nr. 1 müssen die Daten für die AI-Nutzung vorher aufbereitet und auf ihre Relevanz geprüft werden. Dies kann die Menge der für die AI-Lösung verfügbaren Daten deutlich verringern. Um wirklich hochwertige Ergebnisse zu erzielen, müssen ständig neue Daten bereitgestellt werden. Wie der Mensch brauchen auch AI-Lösungen Zeit, um etwas zu lernen. Zwischen dem Anfang der AI-basierten Initiative und den ersten Investitionsrenditen kann ziemlich viel Zeit vergehen.

Mythos Nr. 3: AI wird Menschen überflüssig machen

Zweck der AI ist es nicht, alle menschlichen Mitarbeiter zu ersetzen. Die AI ist ein Tool, das Unternehmen nutzen können, um ihre Ziele zu erreichen. Sie kann alltägliche Prozesse automatisieren und interessante Einsichten aus großen Datenmengen gewinnen. Richtig verwendet verbessert und unterstützt sie die menschliche Entscheidungsfindung. AI bietet Empfehlungen auf der Grundlage von Tendenzen, die aus Unmengen von Daten herauskristallisiert werden. Sie kann auch neue Fragen aufwerfen, die bisher noch nie in Betracht gezogen wurden. Die bereitgestellten Informationen müssen immer noch durch einen Menschen geprüft werden, der auch die letztendliche Entscheidung auf der Grundlage der Risikoanalyse fällt.

Die Auflistung dieser Mythen bedeutet nicht, dass AI nicht ihre Versprechungen halten wird. Wir vergessen leicht, dass die Verbreitung der Unternehmens-AI noch in den Kinderschuhen steckt. Dennoch ergab eine Umfrage von Deloitte aus dem Jahr 2018, dass 82 % der Führungskräfte angeben, ihre AI-Projekte hätten bereits eine positive Investitionsrendite liefern. Diejenigen, die heute AI-Projekte umsetzen, bilden die Grundlage für die zukünftigen Fallstudien.

Trotz der mit Sicherheit dabei auftretenden Probleme, sollte die Implementierung dieser wegbereitenden Technologie viele Vorteile bringen. Die Bedeutung, die sie für die zukünftige Wirtschaftswelt haben wird, kann nicht bezweifelt werden. Was Sie heute in Ihren Vorsprung, die Beseitigung aller kleinen Probleme und die Festlegung von effizienten Prozesse investieren, wird sich später auszahlen.

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